Wahl der Beauftragten für Chancengleichheit
Am 30. September wählen wir per Briefwahl die Beauftragte für Chancengleichheit für die kommenden fünf Jahre. Neben der Amtsinhaberin Sandra Suhm kandidiert Dr. Marie-Luise Löffler. Die Beauftragte für Chancengleichheit achtet auf die Durchführung und Einhaltung des Chancengleichheitsgesetztes und unterstützt die Dienststellenleitung bei dessen Umsetzung.
Vorstellung der Kandidatinnen
Dr. Marie-Luise Löffler
Funktion/Einrichtung: Umsetzung Professorinnenprogramm/UNIFY
Beruflicher Hintergrund: Kommunale Gleichstellungsbeauftragte
Kontakt: marie-luise.loeffler@uni-heidelberg.de
Was motiviert Sie Frau Dr. Löffler, für das Amt der Beauftragten für Chancengleichheit zu kandidieren, und welche Erfahrungen bringen Sie dafür mit?
Mich motiviert, die Gleichstellung von Frauen an der UHD auf strukturell-systemischer Ebene voranzubringen. Dabei zeigt meine Erfahrung: Gleichstellung ist kein Selbstläufer. Mein erster Karriereweg führte bereits im Hochschulbereich in die Gleichstellungsarbeit. Heidelberg ist seit Langem meine Heimat. Als langjährige Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Heidelberg bin ich tief in den Strukturen verankert und kenne die UHD aus gemeinsamer Zusammenarbeit gut. Besonders reizt mich die UHD als renommierte, internationale Hochschule mit einem hohen Anteil nichtwissenschaftlich tätiger Frauen. Als kommunale Gleichstellungsbeauftragte habe ich umfassende Erfahrung in der Umsetzung struktureller Veränderungen – von der Förderung und Sichtbarmachung von Frauen über Repräsentanz und Vernetzung bis hin zu Stellenbesetzungsverfahren. Als Bundessprecherin der Gleichstellungsbeauftragten habe ich mich zudem für strukturelle und rechtliche Verbesserungen eingesetzt und Projekte auf Bundes- und europäischer Ebene umgesetzt. So war ich maßgeblich an der Durchsetzung des Bundesgewalthilfegesetzes beteiligt.
Welche Themen der Chancengleichheit sind Ihnen an der Universität Heidelberg besonders wichtig – und warum?
Chancengleichheit ist für mich mehr als ein Ziel – sie bedeutet, Strukturen konkret und nachhaltig zu verändern. Mein Ziel ist, Rahmenbedingungen so zu gestalten, dass Frauen ihre beruflichen Möglichkeiten tatsächlich gleichberechtigt nutzen können und angemessen vertreten sind. Deshalb möchte ich mich vor allem für faire Bedingungen bei Bezahlung und Einstufung sowie bei Karriere- und Aufstiegschancen einsetzen. Dazu gehören ausgewogene Geschlechterverhältnisse, insbesondere paritätische Frauenanteile in Führungspositionen und mehr Frauen in Bereichen, in denen sie bislang unterrepräsentiert sind, etwa im technischen Bereich. Ein besonderes Anliegen ist mir, nichtwissenschaftlich tätige Frauen zu stärken und ihnen eine Stimme zu geben. Ich möchte ihre Interessen gegenüber der Hochschulleitung sichtbar vertreten und durchsetzen – etwa bei der Gestaltung von Besoldungsstrukturen und Leistungszulagen sowie bei weiteren strukturellen Maßnahmen.
Welche konkreten Maßnahmen möchten Sie anstoßen, um die Chancengleichheit im wissenschaftsunterstützenden Bereich zu verbessern?
Die bereits vorhandenen Maßnahmen möchte ich systematisch fortentwickeln und je nach Bereich und Ebene differenzieren. Dabei fokussiere ich drei Schwerpunkte: Strukturen verändern – auf Grundlage belastbarer Daten (1), Frauen stärken und sichtbar machen (2) und Vernetzung als Stärke (3). Eine solide Datengrundlage ist für wirksame Gleichstellungspolitik entscheidend. Ich möchte deshalb genauer hinschauen und passgenaue Maßnahmen entwickeln, etwa indem die Besetzung von Karrierestufen mit Frauen und Männern als Orientierung für Parität auf der nächsthöheren Ebene dient. Führung in Teilzeit, flexible Arbeitszeitmodelle und geteilte Führung sollen auch im nichtwissenschaftlichen Bereich ermöglicht werden. Bewerbungsverfahren möchte ich weiter professionalisieren, etwa durch Sensibilisierung für unbewusste Bias und aktive Rekrutierung qualifizierter Frauen. Nichtwissenschaftliche Mitarbeiterinnen sollen innerhalb der Universität stärker wahrgenommen und ihre Interessen in Entscheidungsprozessen, Gremien und Leitungsebenen vertreten werden. Zugleich möchte ich Räume für Austausch und gegenseitige Unterstützung sowie ein starkes Netzwerk schaffen, das Wissen bündelt und gemeinsame Anliegen stärkt.

Sandra Suhm
Funktion/Einrichtung: Beauftragte für Chancengleichheit
Beruflicher Hintergrund: Technische Angestellte
Kontakt: sandra.suhm@zuv.uni-heidelberg.de
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Was motiviert Sie, für das Amt der Beauftragten für Chancengleichheit zu kandidieren, und welche Erfahrungen bringen Sie dafür mit?
Sandra Suhm: Seit zehn Jahren engagiere ich mich als Beauftragte für Chancengleichheit an der Universität Heidelberg, davor zwei Jahre als stellvertretende BfC. Diese langjährige Erfahrung zeigt mir: Chancengleichheit ist ein steter Entwicklungsprozess. Strukturelle Benachteiligungen und ungleiche Chancen müssen immer wieder erkannt, sichtbar gemacht und gemeinsam abgebaut werden. Deshalb kandidiere ich erneut, weil mir die Wertschätzung und Stärkung der weiblichen Beschäftigten im wissenschaftsunterstützenden Bereich besonders am Herzen liegen. Ihre unverzichtbare Arbeit verdient Sichtbarkeit, Anerkennung und gleichberechtigte Entwicklungsmöglichkeiten. Ich bringe umfassende Erfahrung in der Gleichstellungsarbeit, ein gutes Verständnis universitärer Strukturen und eine starke Vernetzung innerhalb und außerhalb der Universität mit. Bewährtes möchte ich fortführen, neue Impulse setzen und mich weiterhin mit Engagement, Empathie und klarer Haltung für Chancengleichheit einsetzen.
Welche Themen der Chancengleichheit sind Ihnen an der Universität Heidelberg besonders wichtig – und warum?
Besonders wichtig sind mir gleiche Chancen bei der Besetzung von Führungspositionen und bei der Förderung von Auszubildenden im technischen Bereich. Hier sind Frauen nach wie vor deutlich unterrepräsentiert. Ebenso liegen mir die Sicherheit und der Schutz weiblicher Beschäftigter sowie weiterer vulnerabler Beschäftigtengruppen am Herzen. Dafür braucht es Aufmerksamkeit und verlässliche Strukturen, damit alle Beschäftigten ihren Arbeitsalltag sicher und respektvoll erleben können. Ein weiterer Schwerpunkt ist für mich die Sichtbarkeit und Wertschätzung der Kolleginnen im wissenschaftsunterstützenden Bereich. Sie leisten mit ihrer vielfältigen und unverzichtbaren Arbeit einen wichtigen Beitrag zum Erfolg unserer Universität. Ich möchte für diese Beschäftigten eine verlässliche und vertrauensvolle Ansprechpartnerin sein, die zuhört, Anliegen aufnimmt und sich dafür einsetzt, dass ihre Perspektiven gehört und berücksichtigt werden.
Welche konkreten Maßnahmen möchten Sie anstoßen, um die Chancengleichheit im wissenschaftsunterstützenden Bereich zu verbessern?
In meiner Amtszeit habe ich mit dem EVA-Netzwerk, den Pflegelotsenden und den Angeboten zur Angehörigenpflege wertvolle Initiativen angestoßen und auf den Weg gebracht. Diese möchte ich mit Leidenschaft weiterentwickeln und stärken. Besonders am Herzen liegt mir die „Pflegepause“. Gemeinsam mit den Werkstätten möchte ich den Girls’Day neu denken: praxisnah, innovativ und mit echten Einblicken in Technik und Zukunftsthemen. Die Stärkung unserer Kolleginnen ist mir besonders wichtig. Weiterbildung, Kompetenzentwicklung und berufliche Perspektiven sollen echte Chancen eröffnen. Chancengleichheit möchte ich weiterhin konsequent in die Arbeit der Ausschüsse und Entscheidungsprozesse einbringen. Auch Digitalisierung, KI und strukturelle Veränderungen müssen chancengerecht gestaltet werden. Ich stehe für eine faire, transparente und wertschätzende Führungskultur und für Chancengleichheit, die gelebt und gestaltet wird. Diesen Weg werde ich entschlossen weitergehen.